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„Der Mensch wird am Du zum Ich" (Martin Buber)
„Er wird zu dem Ich, dessen Du wir ihm sind." (Georg Feuser)
„Gemeinsamer Unterricht" an der Sudbrackschule
Organisatorisches
In Bielefeld gibt es mittlerweile 6 Schwerpunktschulen, an denen Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf integrativ unterricht werden.
Seit dem Schuljahr 2009/10 findet auch an der Sudbrackschule „Gemeinsamer Unterricht" statt. In zunächst einer Klasse des 1. Schuljahres werden Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam unterrichtet. In der Regel gehören der Lerngruppe 6 Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen sonderpädagogischen Förderbedarfen (die im Bereich Lernen, Emotionale und Soziale Entwicklung, Sprache, Geistige Entwicklung, Körperliche und Motorische Entwicklung liegen können) und 18 Schülerinnen und Schüler ohne sonderpädagogischen Förderbedarf an. Durch diese Zusammensetzung ist es möglich, dass die Klasse dauerhaft in Doppelbesetzung unterrichtet werden kann - eine Grundschullehrerin und eine Sonderpädagogin bilden gemeinsam des Klassenleitungsteam und sind für alle Schüler und Eltern gleichberechtigte Ansprechpartnerinnen.
Alle Kinder im „Gemeinsamen Unterricht" sind Schülerinnen und Schüler der Grundschule, die Sonderpädagogin gehört ebenfalls zum Kollegium der Sudbrackschule und ist nicht Mitarbeiterin einer Förderschule.
Wir planen, den „Gemeinsamen Unterricht" in den folgenden Schuljahren auszuweiten.
Eine Schule für alle
Mit der Unterzeichnung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen verpflichtet sich auch Deutschland zu einem inklusiven Bildungssystem - zu „einer Schule für alle". Das allgemeine Bildungssystem soll sich so entwickeln, dass alle Kinder in ihm entsprechend ihren Fähigkeiten unterrichtet werden. Der „Gemeinsame Unterricht" ist für uns ein Schritt auf dem Weg zu einer „inklusiven Schule".
In unserer Klasse mit „Gemeinsamen Unterricht" wollen wir gemeinsames und individuelles Lernen für alle Schülerinnen und Schüler erreichen. Wir nutzen die ausgesprochene Vielfalt in der Klasse als Chance: für alle Kinder ergibt sich ein hohes Anregungspotential im sozialen Bereich wie auch in allen weiteren Lernbereichen der Grundschule. Durch bewussten Umgang mit Heterogenität in der Didaktik (differenziertes Arbeiten, offene Arbeitsformen, Berücksichtigung verschiedener Lernausgangslagen und -strategien) lernen die Kinder auf unterschiedlichen Niveaus, jedoch möglichst am gemeinsamen Lerngegenstand.
Der Unterricht orientiert sich weitgehend am Grundschullehrplan, nimmt aber auch Elemente individueller Förderplanungen für einzelne Kinder auf und macht sie für alle nutzbar.
Beide Klassenlehrerinnen unterrichten die Lerngruppe im Team und sind für alle Kinder zuständig - Unterrichtsvorbereitung, Förderplanungen für einzelne Kinder und Elternarbeit findet im Team statt, so dass die unterschiedlichen Kompetenzen der Grundschulkollegin und der Sonderpädagogin gewinnbringend für die gesamte Klasse genutzt werden können.
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